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Tierisch gefährlich

Tierisches Eiweiß erweist sich als Katalysator bedrohlicher Krankheiten

(pp).- T. Colin Campbell ist ein typischer Wissenschaftler. Er glaubt nur Fakten, die sich hieb- und stichfest und von mehreren unvoreingenommenen Instanzen beweisen lassen. Doch auch seriöse Wissenschaftler haben, wie jeder Mensch, ihre Glaubenssätze. Als Sohn eines amerikanischen Milchbauern wuchs Colin mit zwei Wahrheiten auf: Um stark zu werden und gesund zu bleiben, braucht der Mensch Fleisch und Milch.

Einfacher Lebensstil kontra Leberkrebs

eiweiss01_by_Markus_Walti_pixelio.deAuch als gestandener Forscher in Regierungsdiensten hing er wie die meisten anderen Landsleute diesem Glauben an. Einen Riss bekam seine ernährungswissenschaftliche Weltsicht erst, als er von der US-Regierung im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojektes auf die Philippinen geschickt wurde. Dort war nämlich ein eigenartiges Phänomen aufgetreten: ungewöhnlich viele Kinder litten an einer Krebsform, die es sonst nur bei Erwachsenen gibt - Leberkrebs. Eine nähere Untersuchung ergab, dass die Ursache in Erdnussbutter lag, die die Kinder als Grundnahrungsmittel aßen. Die einwandfreien Erdnüsse gingen in den Export, die verschimmelten, mit Aflatoxinen verseuchten, wurden für die einheimische Bevölkerung verarbeitet. So weit, so schlimm, aber nicht wirklich überraschend. Verblüfft waren die Wissenschaftler erst, als sie entdeckten, dass es eine seltsame Disparität im Zahlenmaterial gab: Je reicher die Familien, desto häufiger erkrankten die Kinder an Leberkrebs. Dies stand im Widerspruch zu allen Grunderkenntnissen; denn diese Kinder hatten eine bei weitem vollwertigere Ernährung als die Kinder aus den Slums. Schließlich ergab sich nur eine plausible Erklärung: Je mehr sich eine Familie westliche Ernährung mit viel tierischem Eiweiß leisten konnten, desto mehr Kinder starben.

Der 100:1-Beweis

eiweiss02_by_s.media_pixelio.deEs war diese Einsicht, die den einst überzeugten Fleischesser und Milchtrinker T. Colin Campbell viele Jahre gegen den Mainstream der amerikanischen Ernährungslehre rudern ließ. Seine letztlich einfachen Erkenntnisse in Sachen Ernährung fasst er in einem Satz zusammen: „Alle diese Probleme laufen auf drei Punkte hinaus: Frühstück, Mittagessen und Abendessen.“

Bei seinem Paulus-Erlebnis auf den Philippinen erinnerte sich Dr. Campbell an eine indische Studie mit Ratten, die wegen ihrer spektakulären Ergebnisse schnell unter den Teppich gekehrt worden war. Also ließ er die Studie unter amerikanischen, schulwissenschaftlich abgesicherten Bedingungen nachstellen. Später wurden die Ergebnisse in renommierten Wissenschaftsjournalen gegengeprüft und veröffentlicht. Die Ergebnisse in Kürze: Man fütterte den Ratten (wie es zuvor den Kindern geschehen war) aflatoxinverseuchtes Futter. Die zweite Variable des Experiments bestand aus unterschiedlich hohen Anteilen tierischen Eiweißes im Futter. Dabei ergab sich mit einem Ergebnis von 100:0 Fällen (was in wissenschaftlichen Versuchen so gut wie nie vorkommt) zweierlei: Mit dem Mengenanteil des tierischen Eiweißes stiegen auch die Krebserkankungen der Ratten. Erhielten die Tiere proteinarmes Futter, war die Menge der Krebs auslösenden Aflatoxine im Futter nahezu gleichgültig. Das tierische Eiweiß erwies sich geradezu als Schalter, mit dem sich das Wachstum der Krebszellen ein- und ausschalten ließ. Schon relativ kleine Mengen tierischen Eiweißes schienen negative Wirkungen auszulösen. Bei einem Mäuseversuch mit Hepatitis B gab es vergleichbare Ergebnisse. Campbell: „Das Virus stellt das geladene Gewehr bereit, und die mangelhafte Ernährung löst den Schuss aus.“

Konsequent: vegane Ernährung

eiweiss03_by_Gnter_Havlena_pixelio.deDie in Tierversuchen gefundenen Ergebnisse passten eins zu eins zu den Daten der China Studie, die ein Leitartikel im Wissenschaftsteil der New York Times als „Grand Prix“ der epidemiologischen Studien bezeichnete. Untersuchungen an Tausenden von Chinesen in 24 von 27 chinesischen Provinzen zeichneten ein stimmiges Bild. Der Vorteil dieser Untersuchungen: In weiten Landstrichen Chinas gab es zum Zeitpunkt der Untersuchung noch Bevölkerungen, die sich nahezu ausschließlich vegan ernährten, so dass auch grundlegend unterschiedliche Ernährungsmuster miteinander verglichen werden konnten. Westliche Untersuchungen größeren Stils kranken an dem Problem, dass sich die meisten, wenn nicht gar alle Probanden mit tierischen Eiweißprodukten ernähren und so fundamentale Unterschiede zwischen verschiedenen Ernährungsstilen verwischt werden.

Die Ergebnisse der China Study waren eindeutig. Beispielsweise

- standen Nahrungsmittel tierischen Ursprungs in direktem Zusammenhang mit erhöhten Brustkrebsraten
- standen Antioxidantien und Ballaststoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln in direktem Zusammenhang mit einem niedrigen Krebsrisiko der Verdauungsorgane

Professor Campbell: „Wir können unser Risiko, jemals an einer tödlichen Krankheit zu erkranken, minimieren, indem wir einfach nur die richtigen Nahrungsmittel zu uns nehmen“ - vollwertige, rein pflanzliche Lebensmittel. Der einstige Jünger einer typisch amerikanischen Ernährung zog seine Konsequenzen: „Vor 15 Jahren hörte ich auf, Fleisch zu essen. Innerhalb der letzten sechs bis acht Jahre schränkte ich , bis auf ein paar sehr seltene Gelegenheiten, beinahe alle Nahrungsmittel tierischer Herkunft ein, einschließlich der Milchprodukte. Meine Cholesterinwerte sanken trotz meines Älterwerdens; ich bin jetzt körperlich fitter als mit 25 Jahren und ich wiege 45 Pfund weniger als mit 30 Jahren.“

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eiweiss04_by_Peter_Smola_pixelio.deEffekte vollwertiger, rein pflanzlicher Ernährung

(pp).- Gemäß Dr. T. Colin Campbell lassen sich folgende Effekte schulwissenschaftlich fundiert beweisen. Eine vollwertige, rein pflanzliche Ernährung kann

- koronare Herzkrankheiten verhindern und rückgängig machen
- Diabetes Typ II rückgängig machen
- Adipositas (krankhafte Fettleibigkeit) rückgängig machen
- den Verlauf von Multipler Sklerose verzögern und vielleicht sogar aufhalten, ebenso andere Autoimmunkrankheiten wie Diabetes Typ I, rheumatoide Arthritis oder Lupus
- Nierensteinen vorbeugen
- Grauem Star sowie altersbedingter Makuladegeneration wirkungsvoll vorbeugen
- Demenz bzw. Alzheimer vorbeugen
- Osteoporose vorbeugen
- optimal Krebs vorbeugen

Da tierisches Eiweiß zur Erhöhung des IGF-1-Hormons führt, ist artfremdes Protein ein wichtiger Risikofaktor für Krebs. Auch Kasein, das Hauptprotein in Milchprodukten, führt zu gefährlichen Karzinogenbindungen mit der DNA (Addukten) und letztlich zu einem beschleunigten Wachstum von Krebsgeschwüren. Pflanzliches Eiweiß hat diesen Effekt nicht.

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Wieso tierisches Eiweiß die Krebsbildung unterstützt

(pp).- „Menschen, die artfremde Milchproteine zu sich nehmen, haben sozusagen einen doppelten Effekt. Dieser Effekt auf existierende Tumorzellen durch Erhöhung der Zellteilung (Proliferation) und Hemmung des Absterbens (Apoptose) ist bereits unbestrittenes medizinisches Allgemeinwissen.“ Dr. Gunter R. Neeb

eiweiss05_by_Rolf_Handke_pixelio.deKrebs entsteht in einem mehrstufigen Prozess. Sobald ein Stoff, z.B. Aflatoxin, in die Zelle eintritt, wird diese durch ein Zellenzym in ein gefährliches, weil reaktionsfähiges Produkt umgewandelt. Dieses verbindet sich mit der Erbinformation DANN zu einem so genannten Addukt. Können Reparaturmechanismen dieses Addukt entschärfen, passiert nichts. Gelingt dies nicht, verursachen die Addukte Chaos im Zellaufbau, der bei der Zellteilung auf neue Zellen vererbt wird. Der Krebs beginnt. Ein wichtiger Helfer bei der Reparatur geschädigter Zellen ist das so genannte 1,25-Vitamin D, das in der Niere aus Vitamin-D-Vorräten der Leber gebildet wird. Ausgerechnet tierisches Eiweiß hemmt aber die Bildung von 1,25-Vitamin D und damit eine funktionierende Zellreparatur.

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Wieso tierisches Eiweiß Autoimmunkrankheiten auslöst

(pp).- Autoimmunkrankheiten, bei denen das Immunsystem körpereigene Eiweiße angreift, werden vermutlich durch den Prozess der so genannten „molekularen Mimikry“ ausgelöst. Hierbei „merkt“ sich das Immunsystem die Eiweißstruktur seiner Angreifer. Taucht dieselbe Eiweißstruktur wieder auf, wird sie sofort attackiert. Normalerweise zerlegt unser Darm sämtliche eintreffenden Eiweiße in ihre einzelnen Aminosäuren, die dann durch die Darmwände ins Blut transportiert werden. Gelegentlich kommt es dabei aber zu Fehlern, so dass unzerlegte Molekülreste ins Blut wandern. Dort werden sie vom Immunsystem als Angreifer interpretiert. Das wäre nicht schlimm, wenn nicht ausgerechnet tierisches Eiweiß unserem eigenen Körpereiweiß sehr ähnlich wäre (und deshalb als besonders hochwertig gilt). Kommt es zur Verwechslung der Molekülreste mit tatsächlichen Angreifern, ist damit die Grundlage einer Autoimmunerkrankung gelegt.

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Der Autor T. Colin Campbell und die „China Study“

(pp).- Dr. T. Colin Campbell, Autor von über 300 ernährungsmedizinischen Forschungsarbeiten, ist Professor für Ernährungsbiochemie an der Cornell University, Ithaka (New York), die zu den angesehensten acht Universitäten der USA gehört.

Die von Campell geleitete „China Study“, eine Kooperation der Cornell University, der University of Oxford und der Chinesischen Akademie für Präventivmedizin, ist die umfassendste Studie über Gesundheit und Ernährung, die jemals durchgeführt wurde. Dabei wurden die unterschiedlichen Ernährungsweisen, Lebensstile und Erkrankungen von 65 Landkreisen und 130 Dörfern bei 6.500 chinesischen Erwachsenen und ihren Familien untersucht. Das Auswertungsmaterial enthält über 8.000 statistisch signifikante Korrelationen.

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Hippokrates-Zitat

(pp).- „Es gibt in der Tat zwei Dinge: zu wissen, und zu glauben, dass man weiß. Zu wissen ist Wissenschaft. Zu glauben, dass man weiß, ist Ignoranz.“

T. Colin Campbell, Thomas M. Campbell, China Study. Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise, 440 S., 64 Abbildungen, 22 Tabellen, 29,80 €, Verlag für Systemische Medizin ISBN 978-3-86401-001-9

Bobby Langer

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Baucharbeiter

Bakterien und gesunde Ernährung sind nicht zu trennen

(pp).- Vitamine, Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe - dieses Dreigespann sollten wir berücksichtigen, wenn wir uns gesund ernähren wollen. Worauf wir allerdings nur allzu leicht vergessen: Sie alle müssen in und durch den Darm. Und für diesen gilt, was auch auf die fleißigste Arbeitskraft zutrifft: Ist er krank, arbeitet er mit halber Kraft und ein Großteil der besten Lebensmittel, mit denen wir uns ernähren, landen nicht da, wo sie hin sollen: im Blut.

Die komplizierteste Chemiefabrik der Welt

Bauch00_by_nimkenja_pixelio.deDen Darm müssen wir uns als eine hochkomplizierte, schlauchartige Chemiefabrik mit drei Hauptabteilungen vorstellen, Zwölffingerdarm (der meist zum Dünndarm gerechnet wird), Dünndarm und Dickdarm. Die in dieser Fabrik zu erledigenden Jobs sind viel komplexer als alles, was der Mensch bislang ersonnen hat. Biologen sind sich nicht genau einig, wie viele Arbeitsgruppen im Darm tätig sind, vermutlich zwischen 400 und 500, denn die Arbeiter - die Darmbakterien - sind so winzig, dass sie nur unter einem Mikroskop sichtbar werden. Fest steht jedenfalls, dass es weit mehr sind als wir über Körperzellen verfügen. Die Zahl der Arbeitskräfte wird auf 10x10x10x10x10x10x10x10x10x10x10x10x10x10 geschätzt. Schon durch ihre bloße Menge - Billionen - haben angreifende krankheitserregende Keime selten eine Chance, sich durchzusetzen. Außerdem müssen die winzigen Helfer jeden Bissen, den wir zu uns nehmen, zusammen mit so genannten Verdauungsenzymen analysieren und solange zerlegen, bis nur noch winzige Stückchen übrig sind. Diese Moleküle kommen dann auf Minitransporter, werden durch kleine Türklappen in der Darmwand kutschiert und auf Lastkähne im Blut verladen.

Friedenscorps im Darm

Ernähren wir uns gesund und haben wenig Stress, dann kommen die verschiedenen Arbeitstrupps miteinander klar. Es herrscht Harmonie im Darm und die Kooperation flutscht. Sobald wir aber Stress mit dem Partner oder mit Kollegen haben, spricht sich das auch im Darm herum und die eine oder andere Gruppe versucht sich aufzuspielen und das Kommando an sich zu reißen. Gelingt es dem Friedenscorps, den Milchsäure- und Bifidobakterien, nicht, zwischen den Aufständischen zu vermitteln, gerät der Darm in Unordnung, Jobs bleiben unerledigt, bei anderen wird gebummelt, die Arbeitsplätze sind unaufgeräumt, die Transporter werden nicht ordentlich gewartet. Am Schluss kippen unbeaufsichtigte und achtlose Hilfsarbeiter sogar noch Produktionsabfälle oder gar Giftmüll ins Blut.

Die Folgen spüren wir schnell: Anstatt fit zu sein, fühlen wir uns plötzlich schlapp, bekommen Kopfschmerzen, reagieren überempfindlich und unsere Stimmung geht in den Keller. Jetzt ist die Zeit für Krankheitserreger gekommen. Nach dem Motto: Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte, nutzen sie die Gunst der Stunde. Sie schmuggeln sich als schwarze Passagiere ins Blut und vermehren sich so rasant, dass sie innerhalb von 24 Stunden zu einem Mikroben-Tsunami anwachsen. Ein Luftzug, der uns sonst kalt gelassen hätte, genügt nun, um uns umzuwerfen.

Sauer macht gesund

Bauch02_by_Benjamin-Klack_pixelio.deLeider ist unser modernes Leben selten so stressfrei, dass unser Darm völlig in Ruhe seine anspruchsvolle Arbeit erledigen kann. Je nachdem, wie wir uns dann ernähren, reagiert der Darm. Am einfachsten hat er es mit Kohlenhydraten aus Gemüse und Getreide. Sie lassen sich verhältnismäßig schnell verarbeiten, liegen nicht lange herum, werden nicht gammelig. Noch mehr können wir den Jungs im Darm helfen, wenn wir angesäuerte Lebensmittel essen. Sie enthalten nämlich Milchsäurebakterien, die ihren Kollegen von Friedenscorps zur Hilfe eilen und Ruhe einkehren lassen in der Darmfabrik. Milchsäurebakterien besetzen auch vakante Stellen an der Darmwand, so dass Aufständler sich dort nicht mehr ansiedeln können und zurückgedrängt werden. Wie wohltuend solche Lebensmittel sind, wissen die Menschen seit Jahrtausenden. Sie haben Milch und Gemüse gesäuert, Jogurt hergestellt und Sauerteigbrot gebacken, das nicht umsonst am längsten frisch hält. Die Bulgaren, das Volk der Hundertjährigen, führen ihre lang anhaltende, gute Gesundheit auf den reichlichen Verzehr von Jogurt zurück, und die Russen, deren Nationalgetränk Kwass ebenfalls milchsauer vergoren ist, würden vermutlich ohne Wodka genauso lange leben. Auch in Indien gilt Jogurt als lebensfördernd und wird zu praktisch jedem Essen gereicht. Milchsäurebakterien sind so allgegenwärtig, dass wir sie mit jedem Atemzug einatmen. Dass sie überall in der Luft vorhanden sind, können wir mit einem einfachen Experiment überprüfen. Wir brauchen nur Roggenmehl mit Wasser vermischen. Spätestens nach drei Tagen riecht der dünne Brei sauer: Er hat sich in Sauerteig verwandelt - dank der Milchsäurebakterien, die Roggen besonders gerne mögen.

Bakteriencocktails als Lifestyle-Drink

Bauch03_by_Thomas-Max-Mller_pixelio.deIn der Lunge nützen uns die Bakterien allerdings wenig. Dort werden sie abgewiesen, wir müssen sie schon essen, z.B. als milchsauer vergorene Gemüsesalate oder Sauerkraut, bzw. trinken als Jogurt (darf nicht wärmebehandelt sein), Sauermilch, Kefir, Brottrunk oder andere, industriell hergestellte, probiotische Lifestyle-Drinks wie Actimel, LC1 oder Yakult. Probiotische "Lebensmittel" leiten ihren Namen von "pro bios" ab, "für das Leben". Definitionsgemäß handelt es sich dabei um Produkte, die lebende Mikroorganismen enthalten, die Probiotika. Sie zeichnen sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Magen- und Gallensäure aus und lassen sich auch von Verdauungsenzymen wenig beeindrucken. Die dafür speziell gezüchteten Bakterien hat die Lebensmittelindustrie dem menschlichen Darm entnommen. Brottrunk hingegen ist eine moderne Weiterentwicklung des russischen Nationalgetränks Kwass und wurde 1981 von dem Bäcker Wilhelm Kanne "erfunden". Kwass wird aus Brot, Sauermilch, Wasser und Gewürzen hergestellt, Brottrunk aus einem speziellen, zerkleinerten Bio-Sauerteigbrot und Brunnenwasser. Er enthält große Mengen lebender Brotmilchsäurebakterien. Damit diese sich leichter im Darm ansiedeln, schwimmen in der Flüssigkeit wasserlösliche Nahrungsfasern als Futter für die hungrigen Baucharbeiter. Brotmilchsäurebakterien konservieren das säuerliche Getränk auf natürliche Weise, so dass es nicht erhitzt werden muss. Anders als Kwass ist Brottrunk alkoholfrei und infolgedessen äußerst kalorienarm. Obwohl 100 ml über fünf Millionen lebende Milchsäurebakterien enthalten, bringen sie es nur auf sechs Kalorien.

Was Probiotika vermutlich können

Folgende Effekte gelten heute für Probiotika als gesichert

- Das Immunsystem wird positiv beeinflusst.
- Kinder werden vor Durchfall, Fieber und Infektionen geschützt.
- Häufigkeit und Dauer verschiedener Durchfallerkrankungen nimmt ab. Insbesondere kann Lactobacillus casei den Krankheitsverlauf bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hemmen.
- Die Konzentration gesundheitsschädlicher und krebsfördernder Stoffe im Dickdarm wird weniger.
- Personen mit Milchzuckerunverträglichkeit kommen besser mit Milchzucker zurecht.
- Eine gesunde Darmflora wird gefördert und erhalten.
- Probiotika aus Brottrunk wirken verdauungsfördernd.

Folgende Effekte deuten sich an

- Verstopfung bessert sich.
- Sie leiden an weniger Infektionskrankheiten.
- Scheideninfektionen lassen sich bessern.
- Allergien und Autoimmunerkrankungen lassen nach.
- Der Cholesterinspiegel senkt sich, der Fettstoffwechsel wird positiv beeinflusst.
- Der Körper kann mehr Mineralstoffe aufnehmen.
- Osteoporose wird vorgebeugt.

Bauch04_by_zicke-yasmin_pixelio.deSo gut milchsaure und probiotische Lebensmittel sein mögen - sie sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung, sondern lediglich eine Unterstützung. Hinzu kommt, dass sie ihre Wirkung offenbar nur dann entfalten, wenn sie regelmäßig eingenommen werden. Denn der Milchsäurenachschub für die Darmfabrik muss regelmäßig kommen, ebenso regelmäßig wie der Stress, der sie immer wieder entgleisen lässt.

Probiotika - Präbiotika

Probiotika werden gerne mit Präbiotika verwechselt. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BGVV), Berlin, beschreibt Probiotika folgendermaßen: "Probiotika sind definierte lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge in aktiver Form in den Darm gelangen und dadurch positive gesundheitliche Wirkungen erzielen." Präbiotika - meist Inulin und Oligofruktose - hingegen sind Futter für diese Bakterien, die unverdaut in den Darm gelangen. Präbiotika und Probiotika ergänzen sich also hervorragend. Das bayerische Verbraucherschutzministerium berichtet von Hinweisen, dass Präbiotika durch eine "Veränderung der Immunreaktion das Krebsrisiko" senken.

Bobby Langer

 

Quellen: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz; Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention; infodienst Verbraucherschutz Ernährung Landwirtschaft; meduniqa.at; schrotundkorn.de; Technische Universität München/Lehrstuhl für Biofunktionalität der Lebensmittel

Februar 2011

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Fotos der Reihe nach: nimkenja_pixelio.de, Benjamin-Klack_pixelio.de, Thomas-Max-Müller_pixelio.de, zicke-yasmin_pixelio.de

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Clevere essen weniger Fleisch

Kinder mit höherer Intelligenz werden auch mit höherer Wahrscheinlichkeit Vegetarier

 

(pp).- Umgangssprachlich böse bezeichnet man einen dummen Menschen als "Rindvieh". Wer bislang dachte, dies sei ein Vergleich mit der eingeschränkten Intelligenz eines Ochsen, muss seine Annahme wohl überdenken. Denn Rinder sind Vegetarier, was eher für ihre Intelligenz 169640_R_K_by_Paul-Georg-Meister_pixelio.despricht. Catharine Gale von der University of Southampton konnte nämlich in einer Studie nachweisen, dass Menschen umso wahrscheinlicher zu Vegetariern werden, je intelligenter sie sind.

 

Der Wissenschaftlerin standen die Daten von 8.170 dreißigjährigen Frauen und Männern zur Verfügung, deren Intelligenz im Alter von zehn Jahren gemessen worden war. Zu Vegetariern zählten dabei allerdings auch Menschen, die gelegentlich Fisch oder Huhn essen. Der Zusammenhang zwischen IQ und Ernährungsweise verschwindet auch dann nicht, wenn man die Faktoren Geschlecht, soziale Herkunft und Bildung statistisch berücksichtigt oder die Fisch-Huhn-Esser herausrechnet. Ein um 15 Prozent höherer IQ steigert die Wahrscheinlichkeit, Vegetarier zu sein, um 38 Prozent. Die höhere Intelligenz wirkt sich dann auch aufs ganze Leben aus: Vegetarier sind höher gebildet, gehören meist einer gehobenen sozialen Schicht an - und sind überwiegend Frauen. Die Forschungen der letzten Jahre haben zudem ergeben, dass Vegetarier länger leben: Sie erkranken deutlich seltener an Krebs und Herzleiden, sind häufiger Nichtraucher bzw. in der Lage, ihr Rauchen wieder zu beenden. Frühere Studien haben schon einen Zusammenhang von Intelligenzquotient und gesünderer Lebensweise belegt.

 

Mit anderen Worten: Intelligenz und Lebensstil stehen in einem engen Zusammenhang - mit allen Folgen. So interessant diese Zusammenhänge auch sind, sie erlauben nicht den Schluss: nur Dumme essen Fleisch. Außerdem gibt es keine Korrelation zwischen Einkommensentwicklung und Vegetariertum. Vor dem Mammon scheinen alle Menschen gleich. Und darauf kommt es doch an. Oder?

 

Bobby Langer

 

Quelle: BMJ, doi:10.1136/bmj.39030.675069.55 (published 1 February 2007); spiegel.de
Foto:
Paul-Georg-Meister_pixelio.de

 

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Die klassischen Fastenkuren

 

Wer sich zum Fasten entschließt, sollte die Unterschiede der einzelnen Methoden kennen

 

Klein136866_R_K_by_Simone-Peter_pixelio.de(pp).- Jahr für J ahr werden neue Fastenkuren vorgestellt. We nn dabei nicht neue Diät-Produkte à la „get slim“ vermarktet werden sollen, handelt es sich meist um Varianten der fün f wichtigsten Fastenformen, zu de nen oft jahrhunderlange Erfahrungen vorliegen: dem Buchingerfasten, der Molke-Trinkkur, der Mayr-Kur, der Schroth-Kur und der Körner-Kur. Immer stärker dringen pharmazeutische Produkte wie Fatburner oder Fatblocker in den Fastensektor vor, der prinzipiell mit Abnehmen nichts zu tun hat. Grundsätzlich gilt: körperlich und psychisch Kranke dürfen nur in Begleitung eines erfahrenen Fastenarztes fasten (Adressen erhältlich bei Ärzte-Gesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V., Tel.: 07551-807-0, www.aerztegesellschaft-heilfasten.de).

 

Das Buchingerfasten

 

Für diese Form des Fastens gibt es zig Tausende von ausgewerteten Erfahrungen. Der Fastende nimmt täglich etwa 250 Kalorien in Form von 1/4 l Gemüsebrühe, 1/4 l Obst- und Gemüsesaft sowie zwei bis drei Teelöffel Honig zu sich. Buchingerfasten kann man alleine oder in speziellen Kliniken (www.buchinger.de und www.buchinger.com). Otto Buchinger nannte seine Methode, die sich auch auf körperliches, geistiges und seelisches Wohlbefinden bezog, die „Diätetik der Seele“. Musik, Muße, Natur, Humor und Medition gehören - eigentlich - zum Buchingerfasten dazu.

 

Die Mayr-Kur bzw. F.X.-Mayr-Therapie

 

Ursprünglich ein ein Tee-Wasser-Fasten mit einer anschließenden Aufbaudiät aus Milch und Brötchen und einer abschließenden „Ableitungsdiät“. In der Regel wird die Mayr-Kur nicht alleine, sondern in speziellen Häusern durchgeführt (z.B. www.mayr-kur.de, www.fxmeyr-zentrum.com, www.liethwald-sanatorium.de, www.seepark-bodensee.de). Dabei stehen meist drei bis fünf luftgetrockene Weißmehlbrötchen als so genannte Semmel-Mahlzeiten auf dem Speiseplan. Zwischendurch werden ein Liter Buttermilch und reichlich Kräutertee getrunken. Gelegentlich kommen auch Frischpflanzensäfte hinzu. Die Myr-Kur eignet sich besonders zur Wiederherstellung eines funktionsgestörten Darms.

 

Die Molke-Trinkkur

 

Täglich ein Liter Molke - jede Molke kann man dazu nutzen - verhindert hier den Abbau von Eiweiß während des Fastens. Die in Reformhäusern erhältliche Kur-Diätmolke enthält 30 Gramm hochwertiges Molkenprotein, ca. 10 g Milchzucker sowie fast ausschließlich rechtsdrehende L(+)-Milchsäure, die der Körper direkt verarbeiten kann. Bei der Molke-Trinkkur werden außerdem viel Wasser, Haustee und Frischpflanzenpresssäfte getrunken. Auch die Molke-Trinkkur kann man alleine oder in speziellen Häusern durchführen, z.B. www.badmarienberg.de (Rubrik Gesundheit&Kuren) oder www.fasten-ostsee.com.

 

Die Schrothkur

 

Viel Erfahrung gibt es auch mit der nach dem Naturheilkundler Johannes Schroth benannten Schroth-Kur. Diese fettfreie, salz- und eiweißarme Fastenkur wird seit mehr als 170 Jahren in zahlreichen Häusern durchgeführt (www.badmeinberg.de/kurort/schroth.php, www.schrothkur.at, www.schrothkur.de, www.schrothkur.net, www.scheidegg.de). Tägliche Kurpackungen kurbeln den Stoffwechsel an, die täglich etwa 700 Kilokalorien kommen aus morgens und abends einigen Scheiben trockenem Brot, mittags einer warmen vegetarischen Essen oder einer Suppe. Parallel wird der Körper einem Wechsel von Trink- und Trockentagen ausgesetzt. Zum Trost für den Verzicht - und nach Rücksprache mit dem Arzt - ist als Getränk neben Tee, Wasser oder Frucht- und Gemüsesäften sind in manchen Häusern auch trockene Weine gestattet. Die Ernährungswissenschaft tut sich mit den Trockentagen ebenso schwer wie mit der Weinerlaubnis. Die Schroth-Kur soll die Selbstreinigungskraft des Körpers aktivieren. Tägliche „Dunstwickel“ unterstützen die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten.

 

Die Körner-Kur

 

Hier hat man Vielfalt durch verschiedene Getreidearten und Saaten. Körner bieten den Vorzug von langsam aufgenommenen Kohlehydraten und ausreichend Eiweiß, dafür wenig Kalorien. 7-Tage-Körner-Kuren sind in vielen Reformhäusern in praktischen Tagesportionen erhältlich. Die Getreideportion wird jeweils am Vorabend gekocht und dann für die drei Hauptmahlzeiten mit Jogurt, klein geschnittenem Obst, Gemüse, Kräutern, Gewürzen und Würzpasten verfeinert. Dazu wird reichlich Kräuter- und Früchtetee getrunken.

 

 

 

Fastenwandern

 

Unabhängig von Fastenkuren sollte man die Möglichkeit einer Fastenwanderung erwägen. Die Kombination von leichter körperlicher Bewegung und Fasten beugt Eiweißverlusten vor und wird vielfach als beglückend empfunden. Fastenwandern hat sich in den letzten Jahrzehnten zueiner eigenständigen Fastenform entwickelt; die Wanderungen sollten aber von kompetenten Fastenwandern-Führern begleitet sein.

 

 

 

Neuere Fastenkuren

 

 

 

 

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Basenfasten

 

 

 

 

 

Basenfasten ist alltagstauglich und für jedermann geeignet, insbesondere aber interessant für

 

Menschen, die mit den typischen Fastenkrisen des klassischen Heilfastens nicht umgehen können, für Berufstätige, die sich keine Fasten-Auszeit nehmen können, für Kranke und Geschwächte sowie für Allergiker. Wer sich strikt an die Vorgaben hält, kann angeblich bis zu vier Kilo pro Woche abspecken - ohne je Hunger zu haben. Die Regeln sind einfach: Man verzichtet auf alle säurebildenden Nahrungsmittel, erlaubt ist alles, was der Körper basisch verstoffwechselt. Dies sind im Wesentlichen Obst, Gemüse, Kräuter und Pflanzenöle.

Colon-Hydro-Therapie-Fasten

 

Colon steht für Darm, Hydro für Wasser, die Colon-Hydro-Therapie gilt als ideale naturheilkundliche Methode der Darmreinigung und Darmsanierung. In Kombination mit einer Fastenkur kann sie ein zusätzliches inneres Reinigungsritual darstellen. Gerne wird sie zum Beispiel mit einer Mayr-Kur verbunden.

 

Saft-Fasten

 

Beim Saft-Fasten handelt es sich um eine Trinkkur, bei der zu den Essenszeiten ausschließlich getrunken wird, so z.B. morgens zwei Tassen Kräutertee, mittags: 1/4 Liter selbst hergestellte Gemüsebrühe oder Gemüsesaft, nachmittags frisch gepresste Gemüse- oder Pflanzensäfte, abends zwei Tassen Kräutertee. Insgesamt sollte eine Flüssigkeitsmenge von drei Litern aufgenommen werden.

 

Das Früchtefasten

 

Eigentlich eine zeitweilige Ernährungsumstellung und von daher eher als Diät zu bezeichnetn. Dabei werden frische, rohe, wasserreiche Früchte gegessen. Durch durch ihren Reichtum an Enzymen und Vitalstoffen tragen sie zur Entschlackung, Entgiftung und Entsäuerung des Organismus bei.

 

Das Elementefasten

 

Das Elementefasten geht auf die esoterische Elementelehre zurück, durch Ernährung und spirituelle Methoden nimmt man Kontakt zu den elementaren Kräften auf.

 

Zu Feuer gehören z.B. Sonne, Vollspektrumlicht, Chlorophyllsäfte, Frucht- und Gemüsesäfte aus dem rot-orange-goldenen Spektrum;

 

zu Wasser gehören Wassertrinken, alle Wasseranwendungen, Aufenthalt an Gewässern;

 

zu Luft gehören Spaziergänge, Atemübungen, Trinken von Sauerstoffwasser;

 

zu Erde gehören Heilerden und Mineralien, Steine, Kristalle, Erdmeditation usw.;

 

zu Geist gehören Meditation, Gebet, Visualisierung, Energiearbeit, Lichtarbeit, Reiki etc.

 

Das Regenbogenfasten

 

Auch das Regenbogenfasten ist ein esoterisches Fasten. Früchte und Säfte werden ihren Farben gemäß zur Harmonisierung von Aura und Chakren verwendet. Gleichzeitig wird Energie-, Aura-, und Chakraarbeit praktiziert.

 

Metabolic Balance

 

Hier wird auf Basis aktueller Labaordaten und persönlichen Angaben zur Gesundheit die Ernährung auf ein gesundes, ausgewogenes und individuell zugeschnittenes Nahrungsprofil umgestellt. Dahinter steht die Vorstellung, die persönliche "Körperchemie" mit der passenden "Nahrungsmittelchemie" in eine neue Stoffwechsel-Balance zu bringen.

Foto 1: Simone-Peter_pixelio.de
Foto 2:
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Bobby Langer

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Warum isst du kein Fleisch?

 

Die Zahl der Vegetarier ist ständig am Wachsen. Tierschutz ist die wichtigste Motivation für den Verzicht auf Fleisch.

 

(pp).- Spätestens, wenn der lieb gewonnene Stallhase auf dem Teller liegt, werden Kinder zu Vegetariern. Meist ist die neue Persönlichkeitsphase aber so schnell verflogen wie sich der Abscheu einstellte. Bei Erwachsenen liegt die Sache anders. Bei ihnen ist die Entscheidung zu einem vegetarischen Leben das Ergebnis längerer innerer Prozesse und hat Folgen. „Der typische Vegetarier ist weiblich, jung, überdurchschnittlich gebildet und lebt in einer Großstadt“, stellten Kristin Mitte und Nicole Kämpfe von der Uni Jena fest.

 

Oft genug müssen sie sich in der eigenen Familie verständnislosen bis spöttischen Kommentaren stellen, ebenso in der Firmenkantine oder bei Bekanntenbesuchen. Doch das gerne genannte Vorurteil, Vegetarierinnen und Vegetarier litten an einer Essstörung, hält der Wirklichkeit nicht stand. So steigt denn die Zahl der Vegetarier auch beständig. 1983 ernährten sich nur etwa 0,6 Prozent der Bevölkerung vegetarisch (Gesellschaft für Konsumforschung), im Jahr 2006 betrug der Anteil je nach Schätzung zwischen neun (Institut Produkt und Markt) und 11 Prozent Prozent (Stern), die meisten davon Frauen. Der Vegetarierbund schätzt, dass im Durchschnitt jede Woche etwa 4000 Menschen in der ca. Bundesrepublik zu Vegetariern werden.

 

Da über die Ursachen dieses Wandels wenig bekannt ist, untersuchten Psychologen der Universität Jena die Motivation von Vegetariern. 81,7 Prozent der Befragten waren Frauen, die im Durchschnitt seit sieben Jahren auf Fleisch und Fleischprodukte verzichtet hatten.

 

Zunächst konnten die Jenaer Psychologinnen drei unterschiedliche Motivationen von Vegetariern ermitteln: Sie essen aus moralischen, aus gesundheitlichen oder aus emotionalen Gründen kein Fleisch. Diese Gründe können auch gemeinsam den Fleischverzicht bedingen. „Wichtig ist“, betont Studienleiterin Dr. Kristin Mitte, „dass Vegetarier kein erhöhtes Risiko für Essstörungen zeigen.“ Doch die Psychologinnen von der Uni Jena wollten speziell den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und der Motivation zum fleischlosen Leben analysieren.

 

Viele Vegetarier betonen, dass sie Fleisch und Fleischprodukte Ekel erregend finden. Bei emotionalen Vegetariern stellt sich der Abscheu vor Fleisch vor allem wegen des Aussehens oder des Geschmacks ein. Sie mögen Fleisch einfach nicht. Der Ekel der moralischen Vegetarier leitet sich hingegen von der empfundenen „Unmoral“ ab. Sie verzichten vor allem, weil für Fleisch Tiere getötet werden müssen, der Fleischverzehr das Leid und den Schmerz von Tieren erhöht und deren Rechte verletzt. Moralische Vegetarier ärgern sich stärker, wenn sie andere Menschen Fleisch essen sehen und versuchen oft auch, andere vom Fleischverzehr abzuhalten. Die Ablehnung moralischer Vegetarier beginnt deshalb bereits bei der Tierhaltung und -schlachtung. In anderen unethischen Bereichen - etwa bei Rassismus - unterscheiden sie sich von anderen Bevölkerungsgruppen nicht. Die einzige Gruppe, die keinerlei Ekelgefühle bei Fleisch empfindet, sind die gesundheitlichen Vegetarier.

 

Hinsichtlich ihrer Persönlichkeitsstruktur unterscheiden sich Vegetarier nicht von anderen Menschen. Vegetarier sind z.B. nicht extravertierter, gewissenhafter oder zufriedener als Allesesser. Die hauptsächlichen Unterschiede fanden die Jenaer Psychologinnen in ihren Einstellungen. So sind Vegetarier offener für Erfahrungen, d. h. sie probieren häufiger etwas Neues aus. Außerdem finden sie Universalismuswerte wie Verständnis, Toleranz sowie das Wohlergehen aller Menschen und der Natur wichtiger als Allesesser. Auch an Macht, also an sozialem Status und Autorität über andere Menschen, sind Vegetarier weniger interessiert. Speziell Menschen, die aus ethischen Gründen vegetarisch leben, pflegen auch ansonsten eine geistige Grundhaltung der Wertschätzung der Natur und des Lebens generell.

 
 

Ist vegetarisches Leben ungesund?

 

(pp).- Häufig argumentieren Fleischesser mit dem Argument, vegetarisches Leben sei einseitig, so dass es früher oder später zu Nährstoffmängeln komme. Tatsächlich hat aber dieses Argument nichts mit vegetarisch zu tun, sondern mit einseitiger Ernährung. Und die ist bei Fleischessern eher weiter verbreitet - Stichwort Fastfood - als bei Vegetariern, die sich tendenziell eher bewusst ernähren und gerne selbst kochen. Die amerikanische Gesellschaft der Ernährungswissenschaftler geht noch einen Schritt weiter und hält eine „vernünftig geplante“ vegetarische Ernährung für alle Bevölkerungsgruppen (Kinder und Schwangere eingeschlossen) sogar für gesundheitsförderlich.

 

Komplizierter ist die Sache bei Veganern, also Menschen, die alle Nahrung tierischer Herkunft ablehnen (Milchprodukte, Honig). Der Ernährungsökologin Prof. Carola Strassner zufolge können sich auch diese Extremvegetarier gesund ernähren, dafür sei aber ein sehr gutes Ernährungswissen erforderlich. Außerdem sollten Veganer regelmäßig ihre Blutwerte untersuchen lassen. Speziell komme es häufig zu Vitamin B12-Mängeln.

 
 

Das Problem mit Vitamin B12

 

(pp).- Speziell Veganer leiden öfters an einem Vitamin-B12- bzw. Cobalamin-Mangel, vor allem Frauen über 50, da ihr Körper aufgrund vergangener, unbemerkter Magen-Schleimhaut-Erkrankungen das wichtige Vitamin B12 nicht mehr so gut aus der Nahrung aufnimmt.

 

Das Problem dabei: Die Leber kann davon bis zu fünf Milligramm speichern, so dass sie den Körper bei Defiziten viele Jahre versorgen kann - vorausgesetzt, sie bekam vorher genügend Mengen zum Einlagern. Vitamin B12 braucht der Körper für die Bildung der roten Blutkörperchen, zum Schutz des Nervengewebes sowie zur Kommunikation zwischen den Nerven und zum Aufbau der DNS, jener Säure, die in den Zellen unsere Erbinformationen trägt. Dementsprechend sehen auch Mangelerscheinungen aus: Blutkrankheiten, Nervenstörungen, verminderte Zellteilung und psychiatrische Symptome. Vergleichsweise „milde“ Symptome sind Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche.

 

Die andere Seite der Medaille: Es gibt viele Veganer und Veganerinnen, die unter keinem B12-Mangel leiden. Da das Vitamin lebensnotwendig ist, recycelt es der Körper soweit wie möglich. Sogar im Darm gehen spezielle Körpereiweiße auf Cobalamin-Suche und schnappen es Bakterien weg, die im Dünn- und Dickdarm das Vitamin produzieren. Tatsächlich ist der Bedarf an diesem Vitamin so gering - je nach Experte zwischen 0,001 und 0,005 Milligramm täglich - dass schon der Verzehr von Mikroorganismen an Salaten oder Gemüse einen Teil dieser Menge liefern kann. Eine handgewaschene Biokarotte direkt aus dem Garten enthält z.B. etliches an Vitamin B12, da sich Erd-Bakterien noch auf ihrer Oberfläche befinden.

 

Bobby Langer

 

Quelle: Greenpeace 2010; Institut für Psychologie der Universität Jena, Juni 2006; vebu.de

 

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Sollten unsere Kinder Vegetarier werden?

 

Für Kinder ab dem Schulalter ist eine vegetarische Ernährung mit Milchprodukten und Eiern eine günstige Ernährungsform

 

(pp).- Erwachsene Vegetarier sind gesünder und erkranken deutlich weniger an Krebs als die „Fleischpflanzen“. Das steht fest. Sorgen Eltern also für das Wohl ihrer Kinder, wenn sie sie vegetarisch ernähren? Das Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund nimmt hierzu klar Stellung: „Mit ausgewogener vegetarischer Ernährung, in der regelmäßig Milch und Milchprodukte verzehrt und Getreide, Kartoffeln, Gemüse und Obst abwechslungsreich kombiniert werden (laktovegetarische Ernährung), kann der Nährstoffbedarf in allen Altersgruppen leicht gedeckt und Zivilisationskrankheiten vorgebeugt werden.“ Gegenüber dem üblichen Nahrungsüberangebot westlicher Industrieländer sei eine solche Kost „von Vorteil für die Vorbeugung von Zivilisationskrankheiten“.

 

Eltern, die aus ökologischen, sozialen oder moralischen Gründen auch bei ihren Kindern an der vegetarischen Ernährung festhalten möchten, müssen sich also keine Sorgen machen, auch wenn eine ausgewogene Ernährung mit mäßigen Fleischmengen leichter fällt, da Fleisch wichtige, gut verfügbare Nährstoffe, insbesondere Eisen, Zink und B-Vitamine, enthält. Hauptmanko bei einer laktovegetarischen Ernährung ist der potentielle Eisenmangel. Nicht nur, weil Fleisch wesentlich mehr und leichter bioverfügbares Eisen enthält, sondern weil schon kleine Fleischmengen die Bioverfügbarkeit von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln deutlich verbessern. Aber auch ohne Fleisch kann die schlechte Verfügbarkeit von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln erheblich gesteigert werden: durch die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C. Schon durch 50 mg Vitamin C, die z. B. in 100 ml Orangensaft enthalten sind, wird die Bioverfügbarkeit von Eisen in einer vegetarischen Mahlzeit etwa verdoppelt. Vitamin-C-reich sind aber auch Paprika, Äpfel, Zwiebeln oder Petersilie. Besonders eisenreiche Lebensmittel für Vegetarier sind z.B. Hirse (4,5 mg/50g), Mandeln (2,1 mg/50 g), Feldsalat (1,8 mg/Portion), Fenchel (1,35 mg/50 g), Hühnerei (1,2 mg/Stück), Vollkornbrot (1,1 mg/Scheibe), Spinat (1 mg/Esslöffel) und Haferflocken (0,6 mg/Esslöffel). Wer seinen Kindern Camu-Camu-Fruchtpulver oder -Extrakt ins Müsli streut, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Diese Vitamin-C-reichste Pflanze der Erde ist auch eisenreich.

 

Von einer veganen Ernährung ohne Milchprodukte und Eier sollte man bei Kindern Abstand nehmen. Die Gefahr von Ernährungsmängeln (Kalzium, Vitamin B12, Eisen, Zink, Vitamin D) ist dann nur schwer auszuschließen.

 
 

Zur weiteren Lektüre

 

(pp).- Eltern, die ihre Kinder vegetarisch ernähren wollen, sollten sich ein gründliches Ernährungswissen aneignen, zum Beispiel über

 

- Irmela Erckenbrecht, Das vegetarische Baby, 192 S., 14 Euro, Pala Verlag, Darmstadt, ISBN 978-3895661433

 

- Petra Kühne, Säuglingsernährung: Stillen und vegetarische Breikost, 120 S., Arbeitskreis für Ernährungsforschung, ISBN 978-3922290452

 

- Empfehlungen für die Ernährung von Säuglingen, Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung, anzufordern unter www.fke-shop.de/index.php

 

Bobby Langer

 

Quellen: ernaehrung.de; Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund; Justus-Liebig-Universität Gießen; kinder.de; kindergesundheit-info.de; wikipedia

 

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