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Für Nächstenliebe lässt sich wissenschaftlich argumentieren

(pp).- Wären wir vernünftiger, dann wären wir auch bessere Menschen und hätten eine bessere Überlebenschance. Das glauben Sie nicht? Nun, diese Behauptung lässt sich wissenschaftlich belegen.

Beginnen wir mit der praktischen Erfahrung. Stellen Sie sich vor, sie hätten es ausnahmsweise enorm eilig, müssten aber in einem Supermarkt noch schnell etwas besorgen. Dumm gelaufen, denn an der Kasse stehen fünf Leute vor ihnen. Während Sie noch Ihren Mut zusammennehmen, um zu fragen, ob Sie nicht mit Ihrem einen Artikel nach vorne rücken können, bemerken die aufmerksamen Menschen in der Schlange den Druck, unter dem Sie stehen, und machen Ihnen freundlich Platz. Wenn Sie das nächste Mal in der Schlange stehen und feststellen, dass es jemand besonders eilig hat - na, wie werden Sie sich verhalten? Richtig. Wie aber würden Sie sich verhalten, wenn man Sie böse angemault und auf Ihren Platz hinten in der Schlange verwiesen hätte? Eben. Wir tendieren dazu, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Mit anderen Worten: Je freundlicher und mitfühlender wir uns selbst verhalten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es uns ebenso ergeht und umgekehrt.Hilfe_by_Maren-Be-ler_pixelio.de

Soweit der gesunde Menschenverstand. Die Wissenschaft hat nun festgestellt, dass eine gute Tat nicht nur eine weitere zur Folge hat, sondern eine Menge mehr - so wie ein Stein, den man ins Wasser wirft, nicht nur eine Welle auslöst, sondern eine ganze Wellenkette. Professor James Fowler von der University of California sagt: „Kooperatives Verhalten ist ansteckend und verbreitet sich von Person zu Person zu Person. Wenn Leute freundlich behandelt werden, geben sie diese Wohltat weiter, indem sie Menschen helfen, die mit der ursprünglichen guten Tat nichts zu tun hatten und den ursprünglichen Wohltäter gar nicht kennen. Das führt zu einer Kaskade der Kooperation und beeinflusst das Verhalten von Dutzenden Menschen in einem sozialen Netzwerk.“ Und noch mehr als das: 240 Versuchspersonen, die Geld geschenkt bekamen, waren anschließend - trotz anonymer Umstände und ohne vom Verhalten der anderen zu wissen - bereit, eine größere Summe zu verschenken als sie selbst erhalten hatten. Professor Fowler begründet dieses instinktive menschliche Verhalten evolutionär: „Gruppen mit Altruisten [Gegenteil von Egoisten] verhalten sich auch als Gesamtgruppe altruistischer zueinander und haben eine größere Überlebenschance als egoistische Gruppen.“

Nun könnte man beklagen, dass leider eigennütziges Verhalten ähnlich ansteckend ist wie ein hilfreiches und freundliches. Nur: Welches ist - diese Zusammenhänge kennend - eigentlich vernünftiger? Also: Wie wäre es mit einem zusätzlichen Lächeln täglich?

Bobby Langer

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