Willkommen im Bobbyversum
- gurufreie Zone -


Ja, ich weiß: Guru ist doch nichts anderes als ein Wort für „Lehrer“. Warum also nenne ich diese Seite „gurufreie Zone“? Nun, sowohl im Hinduismus wie im Buddhismus wurde und wird mit Gurus gearbeitet. Ziel der Sache: Entledige dich deines Egos, indem du dich vollkommen dem Guru anvertraust, und du hast eine Chance auf Erleuchtung. Das muss nicht falsch sein – gurufrei_by_s.media_pixelio.devorausgesetzt, der Guru ist absolut vertrauenswürdig und selbstverständliches Element deiner kulturellen Rahmenbedingungen. Trifft letzteres nicht zu, hast du keine Chance, seine Vertrauenswürdigkeit einzuschätzen. Dann ist es nicht die Kultur, zu der du gehörst, die dir den Guru nahe bringt, sondern dein Ego, das dir suggeriert: das ist der Richtige! Übrigens soll Buddha gesagt haben: „Wenn dir ein Buddha begegnet, töte ihn.“ Er wusste, warum.

Europa hat eine völlig andere Kulturgeschichte als Indien. Wer hier zu neuen Ufern aufbricht, tut dies meist auf zweierlei Weise: Er denkt nach und geht in Richtung Philosophie und Psychologie, wird Heideggerianer oder Jungianer, oder er sucht nach einem Heilsbringer. Heilsbringer ist dann jeder, dem er bedingungslos vertraut. Aus der Innensicht ist es völlig egal, ob er dem jeweils gültigen Papst zujubelt oder irgendeiner anderen Kultfigur. Aus der Außensicht ist es natürlich erfreulich, wenn sich jemand in eine Thich Nhat Hanh-Gemeinde einreiht, statt sich in Springerstiefel einzuschnüren. Korsette sind sie beide. Wie sagte Krishnamurti: „Die Wahrheit ist ein pfadloses Land.“ Mit anderen Worten: Solange du dich an Pfade hältst, wirst du das Land nicht erkunden.

Foto: s.media_pixelio.de