Inspirationen

Ein in Farbe getauchter Pinsel wird automatisch bunt.
So geht es auch unserem Geist, wenn er auf kluge bzw. weise Gedanken stößt.
Diesem Zweck möge diese Seite dienen mit der Bitte an ihre LeserInnen,
die intellektuellen Einsichten auf ganz persönliche Weise jeweils um ein Bauchgefühl zu ergänzen
(Frosch+Schmetterling sozusagen).

Matthias Fersterer, Gemeinschaffen – ein ander Seyn – Oya Okt.-Nov. 2019

„Dieser Menschenkörper etwa, der ein Bewusstsein hervorbringt, das in der Lage ist, ‚ich‘ zu sagen, Brot zu backen, Mirabellenkerne auszuspucken und übers Gemeinschaffen nachzudenken, ist eine Kkomplexe, autopoietische Allmende, die weit mehr nicht-menschliche Mitspielerinnen und Mitspieler umfasst, als es Sterne in der Milchstraße gibt. Ob ich ir dessen bewusst bin oder nicht: Ich bin ein Commons! Wie beeinflusst diese Erkenntnis mein Sein? Und was folgt daraus?“ (S.29)

Stefan Brunnhuber, Die Kunst der Transformation. Wie wir lernen, die Welt zu verändern, Herder 2016, ISBN 978-3-451-60003-6

„Zwei Prozent Wirtschaftswachstum pro Jahr bedeuten, dass sich die Menge der zur Verfügung stehenden Waren und Dienstleistungen innerhalb von 35 Jahren verdoppelt und nach einer durchschnittlichen Lebenszeit von circa 70 Jahren vervierfacht hat … [zurVerdeutlichung:] Wenn wir einen Wassertropfen auf die Hand geben und diesen Tropfen, der ein Volumen von 0,05 Millilitern hat, jede Minute verdoppeln, so könnten wir mit dem Wasser nach 35 Minuten ein 50-Meter-Schwimmbecken füllen, nach 45 Minuten die Cheops-Pyramide und nach 60 Minuten das Becken des Bodensees.“ (S.54f)

Mehr davon …

Thomas Metscher, Integrativer Marxismus, Mangroven 2017, ISBN 978-3-94694-604-5

„Unverkennbar tritt die Welt in eine historische Entscheidungsphase, an deren Ende der Rückfall in vorzivilisatorische Lebensverhältnisse, wenn die Auslöschung menschlich bewohnter Welt stehen kann – doch auch der Beginn einer neuen, anderen Welt, die auf den Prinzipien der Kooperation, Gleichheit und eines hegenden Umgangs mit der Natur beruht.“ (S. 25)

„Nichts aber … spricht dafür, dass ein gesellschaftliches System, das strukturell auf Profit, Ausbeutung menschlicher und natürlicher Ressourcen und damit auf Gewalt beruht, das in offener Programmatik auf ‚Konkurrenz‘, ‚Kampf‘, ‚Leistung‘ und Recht des Stärkeren setzt, die anstehenden Probleme lösen kann. Nicht, ohne sich selbst aufzugeben. Es wird dies aber sicherlich nicht kampflos tun.“ (S. 27)

„Die Frage ist zumindest zu stellen, ob das neue, noch zu entwickelnde Denken, dessen Standpunkt die gesellschaftliche Menschheit ist, und dessen praktisches Ziel es ist, die Welt menschlich zu verändern, nicht auch einer neuen Denkform bedarf; einer Denkform, die die traditionelle Differenz zwischen Wissenschaft und Philosophie aufhebt und auch andere Wissensformen, so das Wissen der Künste, in die neue Denkform integriert.“ (S. 65)

„Die erste Grundlage philosophischer Forschung ist ein kühner, freier Geist.“ Karl Marx (S. 66)

„Im Rahmen wissenschaftlichen Wissens ist für Gott so wenig Platz wie für Nicht-Gott.“ (S. 284)

Hanzi Freinacht, The Listening Society, Metamoderna 2017, ISBN 978-87-999739-0-3

“What, then, unites [hackers, hipsters and hippies]? One thing is that all three groups share an alternative relationship to work and the market: They are all driven by what psychologists of work call intrinsic motivation and self-realization, rather than extrinsic motivation, such as monetary rewards, consumption and security. This means that they work by another social and economic logic than any of the old groups in industrial society. Of course, this is an outflow of postmaterialist and highly individualized societies, in which significant parts of the population have the luxury to think much less about how to pay the bills and more about how they can change the world …The second – and most significant – thing that unites them is the fact that they all rely more upon cultural capital (and to some extent social capital) and less upon economic capital. As such, they form a complex but united front against the capitalist society in which they take part, a subtle revolution of cultural capital.” (S. 57)

„Meine weibliche religiöse Sehnsucht braucht keine Kirchen und keine Altäre. Patriarchale Religionen und ihre Machtausübung sind aus der Unterdrückung der erotischen und sexuellen Wirklichkeit entstanden. Sie waren ein Machtmittel gegen die erotische Vollmacht weiblicher Kulturen. Das Sinnbild dafür sind Eva und die Schlange, die von dem männlichen Gott aus dem Paradies vertrieben und als böse verteufelt wurden. Es gibt aber eine heilige Komponente im Leben selbst, die sich nicht vertreiben lässt, die durchgehalten hat durch Jahrtausende der Vernichtung und Verdrängung.

Dieses sexuelle Urwissen ist es, das sich jetzt vehement wieder zu Wort meldet. Es hat etwas damit zu tun, dass die Materie in sich eine heilige Energie hat. Der Begriff „Materie“ kommt ja von „Mater“, lateinisch: Mutter, und bedeutet viel mehr als eine objektive leblose Masse. Materie trägt Bewusstsein in sich, mit dem wir, so wahr wir zelluläres Wissen und zelluläre Erinnerungsfähigkeit haben, kommunizieren können.

Ich werde mich als Frau kulturgeschichtlich dorthin entwickeln, ein machtvolles Organ für die Pflege von Mutter Erde zu sein. Ich werde dafür sorgen, dass ein geistiges Feld und ein Bewusstsein für diese Zusammenhänge entstehen können. Du sollst mithelfen, indem du dich in den Dienst deiner höheren Weiblichkeit stellst. Die Erde ist so leiblich, wie wir es sind. Es handelt sich um ein Körperwissen, ein zelluläres Wissen, das wir durch die richtige Wachheit, durch die richtige Wahrnehmung und Präsenz füreinander und durch den Eintritt in die sinnliche Präsenz für diese Erde wieder abrufen können.“

Aus dem Buch: Sabine Lichtenfels: „Tempel der Liebe. Reise in ein Zeitalter der sinnlichen Erfüllung.“ (ISBN 978-3-927266-19-3)