Tagebuch Guatemala 23. Januar – 6. Februar

4. Februar So langsam könnte ich es hier aushalten. Dabei geht’s in fünf Tagen schon wieder nach Hause. Tatsächlich ist es ein seltsames Gefühlsgemenge: Einerseits freue ich mich auf zu Hause, andererseits keimt Wehmut auf beim Gedanken, hier wegzugehen. Meine letzten Tagebuch-Einträge sind 'ne Ewigkeit her; unmöglich, das alles nachzuholen (und will ich auch keinem

2026-02-07T03:40:55+01:00

Blühend ist mein Baum

Am Anfang dieses Essays stand ein verblüffender Verschreiber. Ich hatte anstatt „Blühend ist mein Baum“ „Brühend ist mein Baum“ getippt. Nachzuvollziehen ist dieser Fehler allenfalls, weil sowohl das B wie auch das R der Tastatur in Zeigefingernähe liegen. Allerdings wird das R mit dem Mittelfinger geschrieben. Was (oder wer?) mich da wohl geritten hat? Verdächtig.

2025-04-12T08:53:13+02:00

Warum wir trauern müssen

Trauern ist eine Fähigkeit, die wir vertiefen oder überhaupt erst erlernen sollten. Warum, dazu habe ich mir im Folgenden Gedanken gemacht. Meine Trauer begann an einem konkreten Sommertag im Jahr 1976. Davor hatte ich ein Jahr in Schottland verbracht und währenddessen nicht nur die schottische Sprachmelodie entdeckt und lieben gelernt, sondern auch den Schmerz erfahren,

2024-11-10T15:22:21+01:00

Die abgewandte Seite des Mondes

Was hat der Mensch nicht alles im Mond gesehen, den Mann natürlich, die Krater nie, allenfalls Meere, den Jadehasen im Osten, ein Kaninchen in Lateinamerika, aber auch ein Krokodil, und – ungewöhnlich genug – eine Frau mit einem Reisigbündel auf dem Rücken. Über die Vorderseite des Mondes haben wir Jahrtausende philosophiert, Verse geschmiedet, Lieder gesungen,

2024-07-24T13:06:01+02:00

Dankbar

Schon in ihrer oberflächlichsten Form ist Dankbarkeit schön. Und gut. Sie hebt die Grenzen auf zwischen dir und mir, zwischen mir und den Dingen, erlaubt mir, die Umwelt als Mitwelt zu erleben. Im Mindesten verwandelt sie die Grenzen, innenräumlich wie innenzeitlich, in Grenzräume und macht sie damit gangbar und durchlässig. Auf einer noch tieferen und

2024-04-19T12:12:41+02:00

Costa Rica – 14./15. Februar

[Zum Abschluss soll die Gilbdrossel nochmals zu Ehren kommen, der Nationalvogel Costa Ricas.] 14. Februar 2024 Den Wind von gestern Abend hätte man bei uns als „Sturm“ bezeichnet. Als ich gegen halb neun Uhr abends zum Auto ging, um mein vergessenes Buch zu holen, bogen sich die größten Bäume wie Gräser unter seiner Gewalt. Oben

2024-02-21T13:34:26+01:00
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