Tagebuch Guatemala 23. Januar – 6. Februar

4. Februar So langsam könnte ich es hier aushalten. Dabei geht’s in fünf Tagen schon wieder nach Hause. Tatsächlich ist es ein seltsames Gefühlsgemenge: Einerseits freue ich mich auf zu Hause, andererseits keimt Wehmut auf beim Gedanken, hier wegzugehen. Meine letzten Tagebuch-Einträge sind 'ne Ewigkeit her; unmöglich, das alles nachzuholen (und will ich auch keinem

2026-02-07T03:40:55+01:00

Eine Reise zur Wiederkehr

Während einer Meditation kam kürzlich dieses Bild: Ich rudere als Boot über die Gewässer des Lebens. Jeder Atemzug ist ein Ruderschlag, der mich ein Stück weiterträgt, und dieses „Weiter“ kann alles sein: vorwärts, seitwärts, höher, tiefer … nur stehenbleiben ist nicht möglich, aber die Richtung ist ungewiss. Gleichgültig, ob die Wasser aufgewühlt sind oder ruhig,

2025-09-16T12:26:56+02:00

Blühend ist mein Baum

Am Anfang dieses Essays stand ein verblüffender Verschreiber. Ich hatte anstatt „Blühend ist mein Baum“ „Brühend ist mein Baum“ getippt. Nachzuvollziehen ist dieser Fehler allenfalls, weil sowohl das B wie auch das R der Tastatur in Zeigefingernähe liegen. Allerdings wird das R mit dem Mittelfinger geschrieben. Was (oder wer?) mich da wohl geritten hat? Verdächtig.

2025-04-12T08:53:13+02:00

Nicht kämpfen für mein Land

Heute hatte ich mit einer Neuerscheinung des Suhrkamp Verlags zu tun: „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde – Gegen die Kriegstüchtigkeit“ von Ole Nymoen. Und beinahe zwangsläufig – schlimm, dass sich auch mir bereits ein solche Frage stellt – überlegte ich: Und du? Würdest du denn kämpfen für dein Land? Und wie „aus

2025-03-16T17:06:11+01:00

Ist die Zeit eine Illusion?

Ich versuche, mich einer Intuition zu nähern: Wenn ich mich an gestern erinnert möchte, dann sind das wenige Minuten eines ganzen Tages, die ich bewusst aufrufen kann. Selbst Erinnerungskünstler bringen es vielleicht nur auf eine halbe Stunde von mindestens 16 Stunden. Der Rest besteht aus Leerstellen. Je weiter die Tage zurückliegen, desto mehr breiten sich

2025-03-15T18:38:16+01:00

Warum wir trauern müssen

Trauern ist eine Fähigkeit, die wir vertiefen oder überhaupt erst erlernen sollten. Warum, dazu habe ich mir im Folgenden Gedanken gemacht. Meine Trauer begann an einem konkreten Sommertag im Jahr 1976. Davor hatte ich ein Jahr in Schottland verbracht und währenddessen nicht nur die schottische Sprachmelodie entdeckt und lieben gelernt, sondern auch den Schmerz erfahren,

2024-11-10T15:22:21+01:00

Cool statt gütig?

„Mein Gott!“, rufen wir manchmal oder: „Oh mein Gott!“ Beinahe immer ist dann etwas geschehen, das besser nicht hätte geschehen sollen. Ein Kind musste sterben, einer Familie wurde Mutter oder Vater entrissen und Ähnliches. In meiner Kindheit gab es dazu noch synonyme Ausrufe: „Guter Gott! Darf das sein!“ oder „Gütiger Gott!“ Abgestumpft durch die Welt?

2024-09-27T10:04:44+02:00

Schlafen mit dem Planeten

Das könnte ein ganzes Buchprojekt sein: Schlafen mit dem Planeten. Denn Einschlafen bedeutet, sich übergeben, Teil des Ganzen werden. Einsinken, verschmelzen. Nur wie geht das? Wie gebe ich mich hin, wie kann ich mich loslassen? Wer oder was ist das, was ich da loslasse? Oder was mich loslassen muss? Und wohin begebe ich mich anschließend?

2024-04-30T16:32:37+02:00

Dankbar

Schon in ihrer oberflächlichsten Form ist Dankbarkeit schön. Und gut. Sie hebt die Grenzen auf zwischen dir und mir, zwischen mir und den Dingen, erlaubt mir, die Umwelt als Mitwelt zu erleben. Im Mindesten verwandelt sie die Grenzen, innenräumlich wie innenzeitlich, in Grenzräume und macht sie damit gangbar und durchlässig. Auf einer noch tieferen und

2024-04-19T12:12:41+02:00
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